Gut gerüstet in den Winter

Der Winter kommt und die Kleiderkammer des Freundeskreises Asyl in Weingarten bittet wieder um Spenden. Gesucht wird vor allem gut erhaltene Männerkleidung für den Winter.

Dazu zählen Jacken, Hosen, Shirts, vor allem Kapuzenshirts.
Auch werden sportlich modische Schuhe, Sneaker, in allen Größen, auch für Kinder, gebraucht.

Auf der „Wunschliste“ der Kleiderkammer stehen außerdem Rucksäcke und Kochtöpfe.

Die Leiterin der Kleiderkammer Erika Windbiel:
„Wir bitten die Spender, darauf zu achten, dass die Sachen sauber und in einem gebrauchstüchtigen Zustand sind. Eine Jacke mit defektem Reißverschluss beispielsweise nützt uns wenig. Dankbar sind wir auch für große Einkaufs-Tragetaschen, in denen wir die Sachen mitgeben können.“

Wer etwas abgeben möchte, meldet sich bitte bei
Erika Windbiel
Schmuck + Uhren
Bahnhofstraße 109.
T.: 07244 706530

Die Öffnungszeiten sind

Mo., Di., Do., und Fr.: 9.00 – 12.30 Uhr | 15.00 – 18.00 Uhr
Mi. und Sa.: 9.00 – 13.00 Uhr

 

Eröffnung der Kleiderkammer

„Einfach abstellen“. Nach einer Stunde weiß Margarete Thorwart nicht mehr, wie oft sie diesen Satz gesagt hat. Ab 10 Uhr hat am Samstag die neu eingerichtete Kleiderkammer zum ersten Mal geöffnet um Spenden anzunehmen und im Minutentakt treffen die Weingartner mit Tüten, Koffern und Paketen beladen eingetroffen. „Jetzt müssen wir erst mal sortieren“, sagt Friederike Schmid überwältigt. Die Gemeinde hat dem Freundeskreis Asyl zu diesem Zweck ein leerstehendes Gebäude in der Bahnhofstraße 54 überlassen und der Bauhof hat Bücherregale aus der alten Bibliothek aufgestellt. In nullkommanichts sind die drei Zimmer gefüllt. Eine Frau bringt eine Tüte Männerunterwäsche. „Neuwertig, Größe M“ sagt sie. Eine Kiste trägt die Aufschrift „Sportbekleidung“, auf einem Ständer hängen Anzüge. Mehr als ein Dutzend Koffer warten darauf, ausgepackt zu werden.

„Wir sortieren zimmerweise“, erklärt Monika Lauber, Vorsitzende des Freundeskreises. “Kleidung wird für Männer, Frauen und Kinder getrennt eingeräumt.“ Eindringlich bittet das Team, nur gut erhaltene Kleidung abzugeben, denn die beste Jacke nützt nichts, wenn der Reissverschluss kaputt ist. „Wir brauchen noch mehr Regale und Kleiderständer“ stellt Marianne Reinholds nach einer Weile fest, als sie unermüdlich Blusen auf Bügel hängt. Der nächste Spenden-Annahmetermin steht noch nicht fest. Er wird im Mitteilungsblatt bekannt gegeben. Auch Fahrräder sind willkommen, denn im Schuppen des Anwesens wird eine Fahrradwerkstatt eingerichtet, in der Fahrräder hergerichtet werden, bevor sie den Asylbewerbern übergeben werden. „Wir mussten anfangen, Sachen anzunehmen, weil wir schon zahllose Telefonanrufe von Leuten bekamen, die spenden wollten“, berichtet Monika Lauber, „und wir wollten einfach gut aufgestellt sein, wenn der große Schwung kommt. Aus diesem Fundus dürfen sich jetzt diejenigen etwas aussuchen, die schon in der Anschlussunterbringung wohnen, aber wir geben auch gerne an andere Freundeskreise in Walzbachtal oder Pfinztal etwas ab.“ – „Wenn im Februar die Menschen nach Weingarten in die Gemeinschaftsunterkunft kommen, sehen wir weiter“, sagt Friederike Schmid. „Dann sehen wir, was wir haben und sehen, was fehlt. Dann fragen wir auch gezielt: Wer bringt uns beispielsweise Männerschuhe in Größe 46?“ [26.10.2015]