Gekommen um zu bleiben

Junge Eritreer in Weingarten

„Wir wollen viel deutsch reden, damit wir es besser lernen!“, meint Kifle (22). Kifle ist einer von elf jungen Eritreern, die schon ein Jahr in der GU in Weingarten leben. Er ist Diakon der orthodoxen eritreischen Tewahdo Kirche, die zu den altorientalischen und damit frühen christlichen Kirchen gehört.

Die jungen Christen Isseyas (22J.), Kifle (22J.), Yemane(25J.), Futsum (26), Mekonen (22) aus Eritrea kommen regelmäßig ins Café international

In den Gesprächen im Café International haben wir in den letzten Monaten viel von den orthodoxen Christen und von der Diktatur in Eritrea erfahren!In Eritrea ist fast die Hälfte der Bevölkerung christlich. Die großen christlichen Kirchen und die Muslime sind vom Staat im Prinzip anerkannt. Bedroht und verfolgt werden kleinere Glaubensgemeinschaften – aber auch vor den großen Gemeinschaften machen die Machthaber nicht halt.

Männer und Frauen orientieren sich in Eritrea an einem strengen Verhaltenskodex – etwa so wie wir ihn bis Anfang/Mitte des letzten Jahrhunderts kannten. Sich plötzlich zwischen Tradition und Moderne wiederzufinden, ist für eritreische Frauen und Männer sicherlich nicht einfach. Es fällt aber auf, wie offen die jungen Leute in der Begegnung sind und wie groß ihr Wunsch, sich zu integrieren und Neues aufzunehmen.

Tausende von Eritreern fliehen jedes Jahr aus ihrem Land vor Unterdrückung, Armut und Menschenrechtsverletzungen. Eine marxistisch orientierte Regierung herrscht seit fast 25 Jahren in dem Land mit eiserner Hand und ist dabei international völlig isoliert. Es gibt kaum Industrie oder Dienstleistungsbetriebe und die Planwirtschaft hat das Land abgewirtschaftet.

Yemane erzählt, dass die Möglichkeiten einen Beruf zu erlernen oder ein Studium zu wählen stark eingeschränkt sind: Auch hier bestimmt der Staat, wer und wie viele Menschen z.B. ein Medizinstudium beginnen dürfen. Die Menschen überleben überwiegend als Selbstversorger.

Sie möchten mehr erfahren? Das Interview in voller Länge steht Ihnen hier zum Download bereit: Interview mit eritreischen jungen Flüchtlingen